Siegerehrung in der Para-Dressur in Grade IV bei den FEI World Championships Aachen 2026: Drei ausgezeichnete Reiterinnen und Reiter stehen mit Medaillen und Blumen auf dem Podium, begleitet von Ehrengästen in einem Reitstadion.
23. August 2026

FEI Para Dressage World Championship: Die Weltmeister in der Kür kommen aus den USA

Siegerehrung in der Para-Dressur in Grade IV bei den FEI World Championships Aachen 2026: Drei ausgezeichnete Reiterinnen und Reiter stehen mit Medaillen und Blumen auf dem Podium, begleitet von Ehrengästen in einem Reitstadion.

Für die Para-Dressurreiter ging es heute im Allianz-Preis in allen fünf Grades um Gold, Silber und Bronze in der Grand Prix Kür.

„I’m a survivor, I’m not gonna give up“ – die Worte aus dem Song „Survivor“ von Destiny’s Child schallten durch Stadion 3 im Allianz Park, als Rixt van der Horst und ihr imposanter Fuchshengst Eisma’s Royal Fonq N.O.P. ihre Kür zelebrierten. Die Niederländerin hatte den Song gewählt, weil sie selbst schwierige Zeiten durchgemacht habe und ihr Pferd ebenfalls einen langen Weg zurückgelegt habe. Nun sollten beide gemeinsam „strahlen“. Und genau das taten sie: Die 34-Jährige und ihr Hengst tanzten durch die Arena – vollkommen im Einklang mit der Musik und mit einer anspruchsvollen Choreografie. Der Lohn für die eindrucksvolle Vorstellung: 83,120 Prozent – persönliche Bestleistung und die zweite Goldmedaille für die Niederländerin bei diesen Weltmeisterschaften. „Das ist unglaublich“, sagte Rixt van der Horst nach ihrem gelungenen Ritt und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Zugleich gab sie zu, den Erwartungsdruck nicht an sich herangelassen zu haben: „Ich habe einfach versucht, fokussiert zu bleiben und alles genauso zu machen wie sonst auch. Dieser Plan ist aufgegangen.“ Über die Silbermedaille freute sich der Däne Tobias Thorning Joergensen. Im Sattel des Oldenburger Hengstes Blue Hors Zackorado erzielte er 79,940 Prozent. Nur knapp dahinter gelang der Weltranglistenersten Francesca Salvadè aus Italien erneut der Sprung auf das Podest. Mit ihrem neunjährigen Wallach Escari erreichte die 37-Jährige 79,587 Prozent.

Fiona Howard gewinnt Gold in Grade II

In Grade II schlug die große Stunde der dreifachen Paralympics-Siegerin Fiona Howard. Die US-Amerikanerin, die mit einer neuromuskulären Erkrankung lebt, zelebrierte im Sattel ihres Wallachs Diamond Dunes eine Kür von herausragender Harmonie. Zu Klängen aus dem Film „Avatar“ zauberte die 27-Jährige abwechslungsreiche Linien in den Aachener Sand, ihr Pferd war dabei jederzeit flüssig, gleichmäßig und souverän unterwegs. Mit 81,866 Prozent sicherte sich das routinierte Paar nach dem Weltmeistertitel mit dem Team seine zweite Goldmedaille in Aachen. „Der Sieg ist nur die Kirsche auf der Torte“, sagte eine sichtlich gerührte Fiona Howard nach ihrem Ritt. „Vor allem bin ich meinem Pferd unendlich dankbar. Er schenkt mir die Freiheit, die mir mein Körper nicht geben kann.“ Die Silbermedaille ging an die Britin Jemima Green mit dem achtjährigen Foundation-Sohn Fantabulous. Die 37-Jährige, die infolge eines schweren Verkehrsunfalls körperlich eingeschränkt ist, erritt bei ihrem WM-Debüt 80,933 Prozent und gewann damit ihre zweite Einzelmedaille. Über Bronze freute sich Heidemarie Dresing. Mit einer wunderschön arrangierten Kür und schönen musikalischen Akzenten präsentierte sie ihre bewegungsstarke Stute Poesie in schöner Anlehnung. Das Paar erhielt 80,807 Prozent – ein Ergebnis, das die 71-Jährige „mega stolz“ machte.

Dritte Goldmedaille für Marie Vonderheyden in Grade I

Dreimal Gold – so eindrucksvoll fällt die Bilanz des WM-Debüts von Marie Vonderheyden aus. Die US-Amerikanerin, die vor elf Jahren bei einem schweren Reitunfall erhebliche Beeinträchtigungen erlitt, setzte sich auch am heutigen Finaltag souverän gegen die internationale Konkurrenz in Grade I durch. Damit krönte sie ihren ersten Auftritt bei einem Championat mit dem dritten Titelgewinn. „Ich hatte hier eine wirklich großartige Zeit“, sagte die 36-Jährige nach ihrem Ritt mit ihrem Oldenburger Wallach Fan Tastico H. Für die harmonische Darbietung des US-amerikanischen Paares vergab die Jury 80,540 Prozent. Vonderheyden überzeugte dabei insbesondere durch die fein abgestimmte Kommunikation mit ihrem Pferd, die hohe Präzision der gezeigten Lektionen und eine geschlossene, musikalisch interpretierte Kür. Über die Silbermedaille durfte sich Sara Morganti freuen. Die routinierte Italienerin stellte bei diesem Championat erstmals die erst siebenjährige Bond Girl, eine Tochter des Bon Coeur, vor. Trotz der noch jungen Partnerschaft erhielt das Paar für seine Vorstellung 78,767 Prozent. Das jüngste Pferd auf dem Podium stellte der Bronzemedaillengewinner Rihards Snikus aus Lettland vor. Sein Wallach Rise and Shine ist erst sechs Jahre alt. Das Paar konnte sich im Verlauf der Weltmeisterschaften von Tag zu Tag steigern und bestätigte diese positive Entwicklung auch in der Kür. Mit 75,420 Prozent sicherten sich der 38-Jährige und Rise and Shine die Bronzemedaille.

Triple Gold für Kate Shoemaker in Grade IV

„Gibt es dafür überhaupt Worte?“, fragte eine sichtlich gerührte Kate Shoemaker, nachdem sie ihre dritte Goldmedaille gewonnen hatte. Im Sattel ihrer Erfolgsstute Vianne erzielte die US-Amerikanerin in der Kür 83,305 Prozent. „Dieses Pferd ist einfach unglaublich“, fand die 39-Jährige dann doch eine Erklärung für ihre derzeitige Ausnahmestellung in Grade IV. Zu den Klängen aus dem Film „Forrest Gump“ zelebrierte das Paar eine stimmig aufgebaute Kür, in der sich ein technisches Highlight an das nächste reihte. Dreimal Gold – mehr geht nicht! Über Silber freute sich die Französin Alexia Pittier. Mit ihrem Hannoveraner Wallach Sultan erzielte sie 78,645 Prozent. Dahinter gelang Helen Brandt bei ihrem Championats-Debüt auf Anhieb der Sprung auf das Podest. Mit ihrem erst achtjährigen Westfalen Vulkan Vegas IB erfüllte sich die Deutsche mit der Bronzemedaille einen „Kindheitstraum“.

Lena Malmström ist die Beste in Grade V

„Mein Sohn hat heute Geburtstag“, sagte eine sichtlich gerührte Lena Malmström. „Heute Morgen habe ich ihm versprochen, eine Medaille für ihn zu gewinnen.“ Dass diese Medaille nach erzielten 79,675 Prozent sogar golden glänzte, ließ die Schwedin tief bewegt zurück. „Das ist unglaublich – auch für den Para-Sport in Schweden“, sagte die 57-Jährige, die ihre Sportpartnerin Fabulous Fidelie sogar selbst gezogen und ausgebildet hat. Über Silber freute sich die Deutsche Regine Mispelkamp, die mit ihrem bewährten Partner Highlander Delight’s eine Bewertung von 78,185 Prozent erhielt. In der abschließenden Kür des Tages wurde es noch einmal besonders emotional: Die Niederländerin Britney de Jong machte die letzten Momente ihrer Darbietung zu einer Hommage an ihren langjährigen Sportpartner Caramba N.O.P. Für den 19-jährigen Wallach war es die letzte Prüfung seiner Karriere. „This is not a goodbye, this is a thank you for everything“, erklang es aus den Lautsprechern, ehe de Jong auf die letzte Mittellinie zusteuerte – mit dem Versprechen, die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit für immer im Herzen zu tragen. Es folgten Tränen der Dankbarkeit und sicherlich auch der Freude über den Gewinn der Bronzemedaille mit 77,440 Prozent.

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