Medaillenzeremonie der Para-Dressur bei den FEI-Weltmeisterschaften Aachen 2026: Drei Reiterinnen stehen mit jeweils einer weiteren Person auf den Podesten für den ersten, zweiten und dritten Platz und halten Blumen sowie gerahmte Auszeichnungen. Die Zeremonie findet in einer Reitarena mit Tribünen statt.
20. August 2026

FEI Para Dressage World Championship: Gold für die USA und Großbritannien

Medaillenzeremonie der Para-Dressur bei den FEI-Weltmeisterschaften Aachen 2026: Drei Reiterinnen stehen mit jeweils einer weiteren Person auf den Podesten für den ersten, zweiten und dritten Platz und halten Blumen sowie gerahmte Auszeichnungen. Die Zeremonie findet in einer Reitarena mit Tribünen statt.

In Stadion 3 im Allianz Park ging es heute in den Grades IV und V für die Athleten im Preis der StädteRegion Aachen nicht nur um die ersten Medaillen im Grand Prix A Einzelfinale, sondern zugleich auch um die erste Qualifikation für die Grand Prix Kür.

Dann erschien sie auf der Anzeigetafel: die 10. So überzeugend, wie Kate Shoemaker und ihre zehnjährige Vitalis-Tochter Vianne die Prüfung zuvor absolviert hatten, so eindrucksvoll setzten sie mit der Traumnote für das abschließende Halten den Schlusspunkt. Die Zuschauer erlebten einen ausdrucksstarken Ritt voller Harmonie und Durchlässigkeit. Die Jury belohnte diese Leistung mit 78,889 Prozent – persönliche Bestleistung für die 39-jährige Tierärztin aus Idaho, die sich damit erstmals in ihrer erfolgreichen Karriere als Weltmeisterin feiern lassen durfte. „Wir waren heute wirklich eine Einheit. Alles hat sich leicht und selbstverständlich angefühlt“, sagte Shoemaker und fand nur lobende Worte für ihre Sportpartnerin, mit der sie 2024 im Stall von Cathrine Laudrup-Dufour zusammenfand. Bereits kurz darauf hatte die Schimmelstute Kate Shoemaker in Paris mit Bronze in der Kür die erste Einzelmedaille bei Paralympischen Spielen beschert. „Damals war sie erst acht Jahre alt, und unsere gemeinsame Entwicklung stand noch ganz am Anfang“, berichtete Shoemaker, die mit Muskelschwäche, Spasmen und Einschränkungen der motorischen Kontrolle auf der rechten Körperseite lebt. „Seitdem sind wir immer enger zusammengewachsen. Heute konnte ich zeigen, wie außergewöhnlich sie ist.“

Außergewöhnlich gut war auch die Leistung der Silbermedaillengewinnerin Anna-Lena Niehues. Die 41-jährige Deutsche, die seit einer Tumoroperation an der Halswirbelsäule im Jahr 2017 mit Einschränkungen auf ihrer rechten Körperseite zu kämpfen hat, zauberte mit der Westfälin Vive l’Amour eine neue persönliche Bestleistung von 74,639 Prozent in den Aachener Sand. „Meine Stute ist sehr sensibel. Daher bin ich sehr stolz, wie sehr sie sich in dieser Atmosphäre auf mich konzentriert hat“, freute sich die Reiterin, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Reiterhof betreibt, über ihre erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Nicht weniger groß war die Freude von Nicola Naylor über Bronze. Vollständig erblindet, orientierte sich die 65-Jährige im Aachener Viereck lediglich anhand akustischer Orientierungspunkte, Rhythmus, Raumgefühl und der Bewegungen ihres Pferdes. Ein Zusammenspiel, das brillant gelang und mit 73,861 Prozent und der Bronzemedaille belohnt wurde. „Ich hätte niemals zu träumen gewagt, dass das einmal für mich möglich sein würde“, so die Britin.

Gold für Großbritannien in Grade V

Ihre Landsfrau Sophie Wells versteht es wie kaum eine andere, neue Pferde auf Anhieb in der internationalen Weltspitze der Para-Dressur zu etablieren. In Aachen gelang ihr das mit der zehnjährigen Fuchsstute MSJ Gold Standard, mit der sie erst seit Jahresbeginn ein Paar bildet – und was für eines. „Sie wird von Mal zu Mal besser“, freute sich die vielfache Paralympics-Siegerin, Welt- und Europameisterin nach ihrem Ritt, den die Richter mit 74,949 Prozent belohnten. Als zweite Starterin setzte die 36-Jährige damit eine Marke, die keine der nachfolgenden Kombinationen mehr übertreffen konnte. „Die Zeit des Wartens war nervenaufreibend“, gestand die routinierte Britin, die mit dem Amniotischen-Band-Syndrom geboren wurde. Umso strahlender war am Ende ihr „goldenes“ Lächeln.

Über die Silbermedaille strahlte die erst 25-jährige Britney de Jong. Die Niederländerin, die infolge eines Unfalls Schäden am Arm erlitt, hatte bereits bei den Europameisterschaften 2025 in Ermelo dreimal Silber gewonnen. Bei ihrem WM-Debüt gelang ihr nun im Sattel des KWPN-Wallachs Caramba N.O.P. erneut der Sprung auf das Podest. „Heute war es sehr emotional für mich“, sagte die junge Reiterin – nicht zuletzt, weil es für ihren 19-jährigen Sportpartner hier in Aachen der letzte Championats-Auftritt sein wird. „Vor dem Gruß habe ich ihn noch einmal geklopft und gesagt: Einmal machen wir das noch.“ Und das taten sie mit Bravour: 73,154 Prozent – Silber. Mit der Bronzemedaille um den Hals strahlte Regine Mispelkamp. „Hier in Aachen vor meinem Heimpublikum an den Start zu gehen – damit erfüllt sich ein Traum“, sagte die dreifache Europameisterin. Mit ihrem langjährigen Partner Highlander Delight’s kam die Deutsche, die mit Multipler Sklerose lebt, auf 72,974 Prozent.

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