FEI Vaulting World Championship: Die Medaillenentscheidungen im Preis der Sparkasse versprechen Hochspannung
Im Preis der Sparkasse stand heute für die Damen und Herren die Technik auf dem Programm, im Pas de Deux ging es in die Kür.
Kopf an Kopf Rennen um die Medaillen
In der Einzelwertung der Damen steuert der Preis der Sparkasse auf ein echtes Wimpernschlagfinale zu. Nachdem gestern Alice Layher in der Pflicht die Bestnote erzielt hatte, drehte heute in der Technikwertung Kathrin Meyer den Spieß um. Dabei wirkte die 25-Jährige vor ihrem Technikprogramm im stimmungsgeladenen Stadion 3 im Allianz Park zunächst sichtlich angespannt. „Ich hatte ganz zittrige Beine“, gab die Deutsche nach ihrer Darbietung offen zu. Doch in dem Moment
, als sie sich auf den Rücken ihres Sportpartners Capitain Claus OLD schwang, war der Fokus da. „Mein Pferd hat mich super mitgenommen. Ich konnte alles abrufen“, strahlte Meyer, deren Anspannung sich in der ein oder anderen Freudenträne entlud – bei ihr ebenso wie bei Longenführerin Gesa Bührig. Dann das Urteil der Jury: 8,669 Punkte – Tageshöchstwert!
Diese Marke sollte auch die nach ihr startende Alice Layher nicht mehr übertreffen – wenn auch nur hauchdünn. Auf FBW Candy erzielte die 24-Jährige 8,663 Punkte und belegte damit Rang zwei in der Tageswertung. Ihre Spitzenposition im Zwischenklassement vor der entscheidenden Kür am morgigen Samstag konnte sie jedoch behaupten. „Ich freue mich sehr auf die Kür“, blickte Layher voraus. „Wir wollen unser Bestes geben“, sagte sie – und ihr Longenführer Daniel Zembrot ergänzte: „… und Spaß haben.“
Der Preis der Sparkasse verspricht damit nicht nur im Kampf um Gold ein Höchstmaß an Spannung. Auch im Rennen um die weiteren Plätze ist noch alles offen. Mit einem fulminanten Technikprogramm (8,470 Punkte) katapultierte sich die US-Amerikanerin Kimberly Palmer gemeinsam mit ihrem 19-jährigen Wallach Rosenstolz, longiert von Laura Carnabuci, von Rang sechs auf den vorläufigen Bronzerang. „Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und auszublenden, wo ich gerade bin und um was es hier geht“, verriet die 31-Jährige ihr Erfolgsrezept. Doch auch die Kanadierin Averill Saunders sowie die dritte Deutsche im Bunde, Annemie Szemes, wollen im Kampf um das begehrte Edelmetall noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.
Tränenreiches Ende bei den Herren
Er war als klarer Favorit in den Allianz Park gereist und nach der Pflicht mit deutlichem Vorsprung in die zweite Prüfung gestartet. Doch nach seiner Vorstellung in der Technik konnte Quentin Jabet die Tränen der Enttäuschung nicht zurückhalten. Mitten im Programm war sein so erfahrenes Pferd Estado IFCE in den Trab gefallen. Das Ergebnis waren 8,236 Punkten, die den Franzosen auf Rang zwei in der Gesamtwertung zurückfallen ließen und nur die fünftbeste Leistung in der Technik bedeuteten. Sein erster Gang nach dem Absprung führte ihn trotzdem direkt zu seinem Pferd, den er liebevoll streichelte und sein Gesicht an seiner Flanke vergrub.
In das morgige Finale mit der Kür startet der Franzose mit einem Zehntel Rückstand auf den Niederländer Sam dos Santos, der auf Hero an der Longe seiner Schwester Emy die Tagesbestleistung präsentierte. 8,607 Punkte standen am Ende einer harmonischen Einheit auf der Anzeigetafel. „Ich war ziemlich angespannt, da muss ich meinem Pferd danken, es war wirklich ausgeglichen. Ich kann ihm und meiner Schwester vertrauen“, sagte das Ausnahmetalent nach frenetischem Jubel der zahlreichen Zuschauer. „Ich habe die Energie wirklich gespürt. Diesen Schwung möchte ich gerne mitnehmen.“
Im Kampf um die Medaillen im Preis der Sparkasse spielen aber auch zwei Deutsche noch eine Rolle: Bela Lehnen, der in der Gesamtwertung auf dem dritten Platz bleibt, und Thommy Brüsewitz, der nach dem zehnten Platz in der Pflicht seine Aufholjagd gestartet hat und nur noch hauchdünn hinter seinem Landsmann liegt. „Wir sind von vorne bis hinten gut durchgekommen. Mein Pferd und Alex an der Longe haben geliefert und mir heute die nötige Sicherheit gegeben, ich bin mega stolz auf mein Team“, sagte ein sichtlich erleichterter Brüsewitz nach der Technik.
Favoriten im Pas de deux liefern ab
Bei der FEI Vaulting World Championship sind auch die Paare im Pas de Deux in ihre Prüfungen gestartet. Die erste Runde im Preis der Sparkasse machten dabei die Favoriten unter sich aus: Mit großem Vorsprung zu den drittplatzierten Österreichern Anna Hladik und Hubertus Witzmann zeigten die Franzosen und Italiener, mit welchem Anspruch sie in den Allianz Park gereist sind. Theo Gardies und Noely Thibaudat präsentierten eine elegante und technisch anspruchsvolle Kür, die ihnen Bestnoten und ein Gesamtergebnis knapp unter der Neun-Punkte-Grenze einbrachten: 8,947 Punkte hieß es für die beiden, die auf Sir Sensation an der Longe von Sirine Abousaid turnten. Die Zweitplatzierten Rebecca Greggio und Davide Zanella entschieden sich auf Malleret Romulus TS, longiert von Maud Bousignac Dumont, für einen ganz anderen Stil ihrer Darbietung. Erst dynamisch und beinahe tänzerisch, dann ruhiger und anmutig – die Belohnung waren 8,724 Punkte. Die Entscheidung im Pas de Deux fällt am Sonntag.