FEI Vaulting World Championship: Gold für Frankreich im Pas de Deux, Deutschland triumphiert mit dem Team
Heute standen im Preis der Sparkasse die letzten Entscheidungen im Voltigieren an. Im Stadion 3 im Allianz Park ging es um die Medaillen im Pas de Deux und im Team.
Wie es sich anfühlt, Weltmeister zu werden, hat Theo Gardies bereits 2024 erleben dürfen. Vor zwei Jahren gewann er in Bern im Einzel und mit dem französischen Team den Titel. In Aachen trumpfte der 26-Jährige nun gemeinsam mit seiner Partnerin Noely Thibaudat im Pas de Deux auf – und wie! „Der Druck war groß“, gab der erfahrene Voltigierer offen zu. „Wir sind überglücklich, hier mit der Goldmedaille zu stehen. Der Dank geht auch an unser Pferd. Es ist einfach das beste Pferd, auf dem ich jemals voltigiert habe“, zollte der Franzose der Leistung des 13-jährigen, in Westfalen gezogenen Wallachs Sir Sensation, longiert von Sirine Abousaid, großen Respekt. Was nach Karriereende klang, ist auch so gemeint: „Das ist der perfekte Abschluss.“
Auf dem Silberrang behauptete sich das amtierende Europameister-Paar Rebecca Greggio und Davide Zanella. Mit der erst neunjährigen Stute Malleret Romulus TS an der Longe von Maud Bousignac Dumont erhielten die beiden Italiener erneut die zweitbeste Tageswertung (8,904), was in der Endabrechnung eine Gesamtnote von 8,724 bedeutete. „Wir vertrauen uns einfach blind“, sagte die 26-Jährige, während ihr die eine oder andere Freudenträne über die Wange kullerte. Diese tiefe Verbindung machte es wohl auch möglich, dass der kurzfristige Pferdewechsel so hervorragend gelang. „Wir sind voller Dankbarkeit – für das Pferd, für Maud. Das ist einfach unglaublich“, so Rebecca Greggio.
Und auch im Rennen um die Bronzemedaille wurde es emotional. „Ich kann kaum fassen, dass das hier wirklich passiert ist“, rang eine sichtlich gerührte Kimberly Hyks nach Worten, nachdem sie sich gemeinsam mit Jannik Heiland die Bronzemedaille (8,303) gesichert hatte. Nach der ersten Darbietung nur auf Rang sechs geführt, zeigten die beiden mit dem 17-jährigen Holsteiner Crashkurs, longiert von Andrea Harwardt, vor heimischem Publikum eine fulminante Kür, die das Stadion zum Kochen brachte. „Das ist wirklich der perfekte Lohn, der perfekte Moment“, freute sich Jannik Heiland über die Wertung von 8,589 Punkten, dank der sich das deutsche Duo noch von Rang sechs auf das Treppchen katapultierte.
Team Deutschland gewinnt die Goldmedaille
Den krönenden Abschluss dieser FEI Vaulting World Championship bildete die Teamwertung – und was für einen. Stimmungsvoller und emotionaler hätten die Wettbewerbe dieser Disziplin in Aachen kaum enden können. Mit einer überragenden Leistung der beiden Einzel-Voltigiererinnen Kathrin Meyer und Alice Layher, denen das Kunststück gelang, mit 9,038 Zählern exakt die gleiche Wertnote beizusteuern, war der Grundstein gelegt. Gekrönt wurde der Nachmittag jedoch von der fulminanten Darbietung der deutschen Gruppe, die mit 9,233 Punkten noch einmal eine Schippe drauflegte. „Es ist das erste Mal seit 2018, dass Deutschland wieder ganz oben steht. Und das hier, vor heimischem Publikum, das ist wirklich crazy“, brachte Gianna Ronca stellvertretend die Emotionen ihrer Teamkollegen Philip Goroncy, Larina Herpertz, Yara Jolie Scheel, Bela Lehnen und Fabio Ring auf den Punkt. Am Ende stand ein herausragendes Gesamtergebnis von 9,109 Punkten zu Buche – Bundestrainer Kai Vorberg platzte förmlich vor Stolz: „In mir ist gar nicht genug Platz für all die Emotionen, die ich gerade empfinde.“ Für Kathrin Meyer war dieser Triumph zugleich der Abschied von der großen Bühne. „So wie es ist, ist es perfekt“, freute sich die 25-Jährige über ein Karrierefinale, wie es schöner kaum hätte sein können.
Hinter den siegreichen Deutschen behauptete sich das französische Team um Weltmeister Quentin Jabet mit 8,996 Punkten auf dem Silberrang. Die Equipe trug mit einer eindrucksvoll inszenierten Kür maßgeblich zur besonderen Atmosphäre dieses Finales bei. Bronze sicherte sich das Team aus Italien, das mit 8,771 Punkten das Podium komplettierte.