„Shared Trophies“: Augmented-Reality-Kunstroute erweckt Trophäen digital zum Leben
Internationale Gäste aus der ganzen Welt erleben dieser Tage nicht nur Reitsport auf absolutem Weltklasseniveau bei den FEI World Championships. Dank der Zusammenarbeit von Künstler Tim Berresheim, dem Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV), der GNT Gruppe und der NEUMAN & ESSER Stiftung ist zusätzlich eine Kunstroute entstanden, die sportliche Erfolge, Kunst und Digitalisierung miteinander verbindet.
Wer sich in der Aachener Innenstadt aufmerksam umgesehen oder sich am Allianz Park rund um den Soerser Weg aufgehalten hat, dem wird vermutlich eine der sechs Fohlen-Statuen aufgefallen sein. Die kleinen Skulpturen sind mit QR-Codes versehen. Nach dem Scannen öffnet sich eine zugehörige digitale Szene – ohne zusätzlichen App-Download. Die virtuellen Werke legen sich über das Kamerabild des Smartphones und lassen die reale Umgebung mit einer künstlerisch verfremdeten, digitalen Ebene verschmelzen. Die Nutzer können sich frei durch die Szenen bewegen und Fotos oder Videos aufnehmen.
Geteilte Trophäen im digitalen Raum
Verschiedene Reitsport-Trophäen wurden als Motive für diese virtuellen Kunstprojekte genutzt. Diese Verbindung von Sport und Kunst steht im Zentrum des Projekts. Tim Berresheim ist der kreative Kopf hinter dieser Idee. Der international bekannte Aachener Künstler beschreibt den Gedanken hinter den „Shared Trophies“: „Die Errungenschaften des Sports und der Kunst müssen für alle zugänglich sein. Hier in der Soers gehört der Sport uns allen. Aber die Pokale und Medaillen stehen meist nur in Vitrinen, genauso die meisten Kunstwerke in Museen – durch die ‚Shared Trophies‘ können wir alle daran teilhaben – zu jeder Zeit und immer kostenfrei.“
Motive entstehen gemeinsam mit Schülern aus Aachen
Tim Berresheim arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von analoger und digitaler Kunst. Für die Kunstroute hat er Zeichnungen und Gestaltungsideen von Schülern aus Aachen in seine digitalen Bildwelten integriert. Beteiligt waren unter anderem das Kaiser-Karls-Gymnasium, die Grundschule am Fischmarkt und das College der VHS Aachen.
Die jungen Teilnehmer bemalten Medaillen und Trophäen, Kinderzeichnungen wurden künstlerisch weiterentwickelt und digital von Tim Berresheim umgesetzt.
„Das Projekt hat unsere Erwartungen übertroffen. Wenn man die Grafiken sieht, die mithilfe der Schulen und Kinder entstanden sind, umgesetzt von Tim Berresheim, alles im digitalen Bereich – das ist schon beeindruckend und spricht vor allem auch jüngere Generationen an“, freut sich ALRV-Vorstandsmitglied Philip Erbers über das neue kulturelle Angebot direkt am Allianz Park.
Sechs Stationen, ein neuer Blick auf Aachen
Die kostenfrei zugängliche Route verbindet besondere Orte im Aachener Stadtraum und den Allianz Park in der Soers. Die sechs Stationen bilden einen Rundweg, der Kunstinteressierte, Familien, Gäste der FEI World Championships und alle neugierigen Passanten zu einer individuellen Entdeckungstour einlädt. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von der GNT Gruppe unter der Leitung der Brüder Frederik und Dr. Hendrik Hoeck. Der Aachener Familie lag vieles daran, diese Idee mitumzusetzen: „Es war uns bei GNT wichtig mit diesem Projekt der Stadt etwas zurückzugeben. Dank Tims Arbeit wird Sport und Kunst für jeden greifbar und die Menschen in diesen Themen miteingebunden. Für Aachen und gemeinsam mit Aachen“, so Frederik Hoeck.
Als weiterer Unterstützer musste die NEUMAN & ESSER Stiftung der Geschwister Stefanie und Alexander Peters nicht lange von dieser Idee überzeugt werden. Alexander Peters: „Die NEUMAN & ESSER Stiftung der Familie Peters kümmert sich seit langer Zeit um Kunst und Kultur. Bei der Idee von Tim Berresheim haben wir sofort gesagt: ‚Da machen wir mit‘. Es ist einfach eine schöne Aktion für die Menschen, die Stadt Aachen und den ALRV.“
Die Route wird auch über die FEI World Championships hinaus bestehen bleiben und ist voraussichtlich für zwei Jahre jederzeit abrufbar.