Voltigier-Szene in einer Halle: Ein braunes Pferd galoppiert an der Longe, während eine Voltigiererin in orangefarbenem Anzug in einer spektakulären Rückwärtsüberschlag-Position über seinem Rücken turnt; im Hintergrund sitzen viele Zuschauer auf der Tribüne sowie eine rote Bande mit dem Schriftzug „Sparkasse Aachen“.
17. Juni 2026

Eine Heim-WM zum Abschluss großer Championats-Karrieren: Voltigierer Kathrin Meyer und Thommy Brüsewitz im Doppel-Interview

Voltigier-Szene in einer Halle: Ein braunes Pferd galoppiert an der Longe, während eine Voltigiererin in orangefarbenem Anzug in einer spektakulären Rückwärtsüberschlag-Position über seinem Rücken turnt; im Hintergrund sitzen viele Zuschauer auf der Tribüne sowie eine rote Bande mit dem Schriftzug „Sparkasse Aachen“.

Die deutschen Voltigierer blicken mit großen Erwartungen und noch größerer Vorfreude auf ein ganz besonderes Sportereignis: die Heim-WM in Aachen. Vom 13. bis 16. August werden im Preis der Sparkasse im eigens überdachten Stadion 3, in dem sonst die internationale Dressur-Elite an den Start geht, die Besten der Besten gesucht – vier Tage voller Spannung, Gänsehaut und großer Emotionen.

Mit Kathrin Meyer und Thommy Brüsewitz stehen dabei zwei prägende Gesichter des deutschen Voltigiersports im Fokus, für die diese WM zugleich den Schlusspunkt unter eine lange und außergewöhnlich erfolgreiche Championats-Karriere setzt. Meyer, die in Aachen bereits zweimal triumphieren konnte und sich 2025 als erste Voltigiererin überhaupt zum dritten Mal in Folge den Titel beim Weltcup-Finale sicherte, und Brüsewitz, der gemeinsam mit Bundestrainer Kai Vorberg amtierender Rekordsieger im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen ist, reisen hochmotiviert und mit großem Respekt vor der Konkurrenz an. Im Doppel-Interview sprechen sie über die besondere Magie eines Championats im eigenen Land, den unvergleichlichen Moment, in den Aachener Zirkel einzulaufen, und darüber, warum diese WM für sie weit mehr ist als „nur“ der letzte große Wettkampf.

Was macht für euch ein WM-Jahr besonders, noch dazu mit einer Heim-WM? Welche Erwartungen habt ihr?

Kathrin Meyer: Es ist für uns jedes Jahr etwas Besonderes, nach Aachen zu kommen und dort starten zu dürfen. Jetzt sind wir gleichzeitig mit den anderen Disziplinen vor Ort, da kommt nochmal ein ganz anderes Feeling auf und man kann sich viel mehr mit allen Sportlern connecten. Und Aachen ist ein Gelände, wo die Bedingungen einfach perfekt sind, da kann es nur cool werden.

Thommy Brüsewitz: Ich kann mich dem nur anschließen. Eine WM im eigenen Land und dann auch noch bei meinem Lieblingsveranstalter – das ist etwas ganz Besonderes, auf das wir alle hinfiebern. Es ist ja mehr als zehn Jahre her, dass in Deutschland ein Championat stattgefunden hat. Genau deswegen träumt da eigentlich jeder Voltigierer von. Ich hoffe, dass wir unseren Sport auf so einer Bühne bestmöglich präsentieren können. Voltigieren ist ein Sport, der Menschen echt begeistern kann und das wollen wir nach außen transportieren. Das schaffen wir hoffentlich, indem wir zeigen, was wir können und was wir lieben.

Thommy, du hast die Europameisterschaften 2015 angesprochen. Damals bist du hier schon dabei gewesen, kennst die Atmosphäre im überdachten Stadion. Wie ist das Gefühl im Zirkel?

Thommy Brüsewitz: 2015 war von der Atmosphäre her der Hammer. Wir sind quasi in den Zirkel reingetragen worden, es gab eine Flut an deutschen Fahnen und die Kulisse war einfach Wahnsinn. Das war wirklich beflügelnd, da einzulaufen. Ehrlich gesagt kam da auch in den vergangenen Jahren nichts mehr dran. Ich hoffe, dass auch dieses Mal wieder viele Zuschauer da sind und deutsche Fahnen für uns schwingen werden.

Das Gefühl, grundsätzlich in Aachen zu gewinnen, kennt ihr ja beide. Was sind eure Ziele für die WM, was habt ihr euch vorgenommen?

Kathrin Meyer: Natürlich ist mein Ziel, vorne mitzuspielen. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Ich würde sagen, es wird ein hartes Rennen, aber wir sind gut vorbereitet und werden auf jeden Fall alles geben, unsere Trainingsleistung abrufen zu können. Das gilt vor allem auch für meine Kür. Sie verkörpert dieses für mich spezielle Jahr beziehungsweise die Gefühle, die hochkommen, wenn man darüber nachdenkt, mit dem Sport aufzuhören. Sie soll meinen ganzen Weg zeigen sowie die Menschen und Pferde, die diesen getragen haben. Das wird auf jeden Fall emotional.

Thommy Brüsewitz: Ich will vor allem genießen. Ich bin so dankbar für die ganze Zeit und möchte nochmal ganz bewusst wahrnehmen, was ich die letzten Jahre erleben durfte. Es ist für mich eine große Ehre, den ganzen Spaß mitmachen zu dürfen. Da möchte ich nochmal innehalten und jeden einzelnen Augenblick, ob er jetzt gut sein mag oder schlecht, für mich mitzunehmen. Sportlich versuche ich natürlich mein Bestes zu geben, aber das probieren wir ja immer.

Für euch beide wird es nach einer langen und erfolgreichen Karriere das letzte Championat. Erzeugt das extra Druck oder gibt es noch mehr Motivation, wirklich nochmal abzuliefern?

Kathrin Meyer: Ich würde schon sagen, dass es nochmal ein anderer Druck ist in diesem Jahr. Ob das jetzt daher kommt, dass es eine WM ist oder ein Heimchampionat oder das letzte Championat – da kommen viele Faktoren zusammen. Aber ich freue mich auf jeden Fall drauf und mit Gesa und Capi zusammen wird das so oder so etwas sehr Besonderes sein.

Thommy Brüsewitz: Ich habe versucht, da gar nicht zu viel drüber nachzudenken, aber in der letzten Zeit ist mir das tatsächlich nicht mehr so gut gelungen (lacht). Es fällt mir dann doch schwer, mich mit der Frage zu beschäftigen: ‚Was machst du eigentlich, wenn das alles vorbei ist?‘ Da habe ich schon ein bisschen Angst, in ein Loch zu fallen. Das beschäftigt mich natürlich schon, aber ich lasse mich davon auch nicht verrückt machen. Ehrlich gesagt möchte ich vor allem nochmal dankbar sein dafür, dass ich das alles miterleben darf.

Sie möchten LIVE dabei sein, wenn Kathrin Meyer und Thommy Brüsewitz bei ihrer Heim-WM Geschichte schreiben wollen? Dann sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets im Onlineshop, telefonisch unter +49-241-9171111 oder direkt in der Geschäftsstelle des Aachen-Laurensberger Rennvereins. Erleben Sie live, wie Medaillen erkämpft, Träume wahr werden und der Allianz Park zum Herzschlag-Zentrum des Voltigiersports wird. Wer mit den beiden gemeinsam um Gold, Silber und Bronze voltigieren wird, finden Sie hier. Seit Montag steht das deutsche Aufgebot für die Heim-WM fest.